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Thematische Schwerpunkte für das Jahr 2011






Zentralabitur 2011


Thematischer Schwerpunkt 1: Die Französische Revolution



Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Die Krise des Ancien Régime

Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Kulturelle Umbrüche: Auswirkungen der Aufklärung (u.a. Voltaire, Enzyklopädisten, Rousseau)
- Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
- Reformansätze und Gegenkräfte angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise
- „nationaler Sozialismus“

Zusätzlich für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau:
Eine neue Macht: die Öffentlichkeit


Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Von der konstitutionellen Monarchie zur Jakobinerherrschaft

Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Die „drei Revolutionen“ des Jahres 1789 und ihre Antriebskräfte (Erklärung des Dritten Standes zur Nation, Sturm auf die Bastille, la Grande Peur)
- Umbau von Staat und Gesellschaft bis zur Errichtung der Republik (Nationalversammlung, Menschen- und Bürgerrechte, Verfassung von 1791, Aufhebung der Ständegesellschaft und Verwaltungsreform, Sturz der Monarchie)
- Der Terror (la Terreur) und seine Funktion (Krieg und Revolution; Politik und Straße; Girondisten, Jakobiner und Sansculotten)

Zusätzlich für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau:
Neue politische Kultur (z. B. Volksgesellschaften, Frauenbewegung, Rolle der Medien,Revolutionsfeste)


Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Die Revolution wird beendet – Napoleon

Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Versuch der Stabilisierung der Verfassungsordnung (Träger und Gegner der Direktoriumsherrschaft)
- Die Bedeutung Napoleons für die Revolution (nachhaltige Veränderung der Gesellschaft; Code Napoléon; Begriff der Revolution)

Zusätzlich für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau:
Mythos Napoleon



Rahmenthema 2 (RRL) stellt Europa als identitätsstiftende Einheit in den Mittelpunkt der Betrachtung und richtet den Blick auf „Zusammengehörigkeit und Vielfalt“ auf unserem Kontinent. Die vielfältigen grundlegenden Veränderungen, mit denen wir im beginnenden 21. Jahrhundert konfrontiert sind, sowiedas Bedürfnis, angesichts der sich verstärkenden Besinnung anderer Teile der Welt auf das sie Prägende und Verbindende auch nach den Wurzeln und Komponenten europäischer Identität zu suchen, rechtfertigen die Beschäftigung mit der Französischen Revolution und ihrer Epoche. Dabei sind zunächst die Voraussetzungen der Veränderungen zu klären. Die feudale Gesellschaft hatte sich überlebt und bot insbesondere dem aufstrebenden Bürgertum keine Perspektive. Die Aufklärung bildete eine neue weltanschauliche Basis, auf der Staat und Gesellschaft umgeformt werden konnten; sie ist bis heute grundlegend für das europäische Selbstverständnis. Die Revolutionszeit war von keiner einheitlichen Bewegung geprägt, sondern erwies sich als ein Neben- und Miteinander verschiedener Bewegungen, aus denen verschiedene Staats- und Gesellschaftsentwürfe hervorgingen und erprobt wurden, die teilweise bis heute nachwirken und das politische Denken in Europa und darüber hinaus prägen. Schließlich ist mit der Französischen Revolution der Aufstieg Napoleons verbunden. Gerade manche langfristig wirkende gesellschaftliche Veränderung hat in der Zeit seiner Herrschaft ihren eigentlichen Ursprung, wie etwa die Grundlegung des modernen Rechtsstaats in der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (Code Civil/Code Napoléon).
Die ausgewählten verbindlichen Unterrichtsinhalte machen deutlich, dass es nicht ausreicht, sich auf die unmittelbare Zeit der Französischen Revolution zu beschränken, sondern dass die Notwendigkeit besteht, sowohl historisch zurückzuschauen als auch die Folgezeit in den Blick zu nehmen, will man den mit der Revolution verbundenen Umbruch in seiner Gänze erfassen. Das Thema beinhaltet folgende Leitprobleme: „Mensch und Gesellschaft“, „Gleichheit und Ungleichheit“, „Herrschaft und Freiheit“ sowie „Menschenbild und Weltdeutung“. Es bezieht vor allem die politik-, sozial- und ideengeschichtliche Dimension historischer Forschung ein.



Thematischer Schwerpunkt 2: Die Sowjetunion – Genese einer Weltmacht


Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Das Zarenregime in der Krise

Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Grundzüge der russischen Gesellschaft und des autokratischen Machtstaates
- Reformansätze im Zarenreich (Bauernbefreiung, staatliche Industrialisierungspolitik)
- Politische Opposition gegen den Zarismus (gesellschaftliche Entwürfe, oppositionelle Bewegungen, Revolution von 1905)


Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Das Revolutionsjahr 1917 und seine Folgen für Russland


Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Umbrüche 1917: Februarrevolution, Doppelherrschaft, Oktoberrevolution
- Radikalisierung und Reaktionen: Bürgerkrieg, Kriegskommunismus, Neue Ökonomische Politik
- Das totalitäre System unter Stalin: Zwangsindustrialisierung und Auslöschung des Kulakentums,„Säuberungen“ am Beispiel der Partei, Schauprozesse, GULAG-System

Zusätzlich für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau:
Stalin – Konstruktion eines Mythos



Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Der Sowjetkommunismus nach 1945


Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Der Kommunismus als globale Befreiungsideologie
- Die Ausbreitung des sowjetischen Einflusses in der Dritten Welt

Zusätzlich für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau:
Die Russische Revolution als Dekolonialisierungsmodell? – Vietnams Weg in die Unabhängigkeit



Auch nach dem Zerfall der Sowjetunion und des Ostblocks stellt Russland eine Weltmacht dar, die in globaler wie auch europäischer Perspektive gegenwärtig politisch und ökonomisch von großer Bedeutung ist. Insofern ist die Beschäftigung mit der russischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts besonders relevant für die Beurteilung aktueller Probleme und Konflikte. Vor allem die Oktoberrevolution von 1917 besaß immense historische Prägekraft für das 20. Jahrhundert. Sie stellt aus national wie aus globalgeschichtlicher Perspektive eine tiefgreifende historische Zäsur dar. In Russland wurde 1917 das jahrhundertealte autokratische Zarenregime gestürzt, um ein noch stark von agrarischen Lebenswelten bestimmtes Land als ersten Staat der Erde auf einem neuen, kommunistischen Weg in die Moderne zu führen. Damit ist letztlich auch der Aufstieg der Sowjetunion zur Weltmacht nach dem Zweiten Weltkrieg ursächlich verbunden.
Globalgeschichtlich betrachtet markiert das Jahr 1917 in der Rückschau den Anfang des Ost-West-Gegensatzes zwischen der kommunistischen, planwirtschaftlichen Sowjetunion und den liberaldemokratischen und kapitalistischen USA. Dieser Systemgegensatz hat die internationale Politik des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt. Zum einen führte er in der Zeit des Kalten Krieges (1946-1989/91) zur Blockkonfrontation zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion. Zum anderen betrachtete im Schatten dieser Blockkonfrontation ein Teil der unabhängig gewordenen ehemaligen Kolonialländer den sozialistisch-planwirtschaftlichen Weg als Alternative zur kapitalistischen Entwicklung.
Dabei wurde das sowjetische Modell des Kommunismus nicht zwangsläufig adaptiert. Vielmehr erfuhr der Kommunismus – wie z. B. in Asien – eine sehr spezifische nationalistische Ausprägung, die z. B. im Falle Chinas zu einer offenen Frontstellung gegenüber Moskau führte.
Als Leitprobleme historischen Lernens bieten sich vorrangig „Menschenbild und Weltdeutung“ sowie „Mensch und Gesellschaft“ an. Von den Dimensionen historischer Forschung werden die Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte stärker berücksichtigt.



Thematischer Schwerpunkt 3: Zusammenbruch der DDR und deutsche Einheit



Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Historische Hypotheken der SED-Diktatur



Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Ausbildung der „Volksdemokratie“ unter Führung der SED
- Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953
- Mauerbau 1961 und gesellschaftliche Konsequenzen

Vertiefend für erhöhtes Anforderungsniveau:
Die Haltung der DDR-Führung zum „Prager Frühling“ und seiner Niederschlagung



Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Die Krise der 80er Jahre



Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Deutsch-deutsche Beziehungen zwischen Entspannung und Abgrenzung
- Folgen des KSZE–Prozesses
- Niedergang der Wirtschaft
- Formen der Opposition und staatliche Repression
- Umgang mit der Perestroika und den Umbrüchen im Ostblock

Verbindlicher Unterrichtsinhalt: Der Weg zur deutschen Einheit



Grundlegendes Anforderungsniveau:

- Friedliche Revolution 1989
- Umsetzung der deutschen Einheit 1989/90
Zusätzlich für erhöhtes Anforderungsniveau:
Bilanz der deutschen Einheit


20 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik ist von einer eigenen Erinnerung der Schülerinnen und Schüler an die Teilung Deutschlands und ihre Überwindung nicht mehr auszugehen. Zugleich sind die Folgen dieses Abschnitts deutscher Geschichte in vielen Bereichen des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens auch für sie weiterhin spürbar. Angesichts dessen bietet das Rahmenthema 1 der RRL ihnen den Raum, sich mit den Ursachen und dem Verlauf dieser Entwicklung historisch fundiert auseinanderzusetzen.Diese Entwicklung reicht zurück bis in die unmittelbare Nachkriegszeit, in der die Grundlagen der Systeme beider deutscher Staaten gelegt wurden. Der vorliegende Thematische Schwerpunkt konzentriert sich auf die Verhältnisse in der SBZ und der DDR. Erkennbar wird dabei, dass der politischen Führung dort von Anfang an eine wirklich demokratische Legitimation fehlte. Die offensichtliche Diskrepanz zwischen theoretischem Anspruch und Realität der SED-Diktatur belastete das Verhältnis von Bevölkerung und Staatsmacht und führte einerseits wiederholt zu Konflikten wie auch andererseits zu Formen der Anpassung. Die krisenhafte Zuspitzung der Verhältnisse in den 80er Jahren schuf die inneren Voraussetzungen für die friedliche Revolution der Bevölkerung der DDR. Deren Erfolg war möglich durch die veränderte weltpolitische Situation, die gekennzeichnet ist durch die Demokratisierungsprozesse im Ostblock und das Ende des Kalten Krieges. Im Zusammenhang mit dieser Revolution stellte sich erneut die Deutsche Frage. Die Einigung vollzog sich schließlich in demokratischen Formen durch Verhandlungen der beiden deutschen Staaten und im Einvernehmen mit den ehemaligen Siegermächten und den Nachbarn Deutschlands. Die so gewonnene Einheit ist im Gegensatz zu früheren Bestrebungen nicht allein im Rahmen eines Nationalstaates, sondern im Kontext einer europäischen Friedensordnung zu verstehen.Als Leitproblem historischen Lernens bietet sich insbesondere „Herrschaft und Freiheit“ an. Von den Dimensionen historischer Forschung werden vor allem die Politikgeschichte, aber auch die Wirtschaftsgeschichte berücksichtigt.



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